Inflation und Realrendite: Was 2 % im Jahr mit Vermögen, Entnahme und Rente machen
Inflation ist der allgemeine Anstieg der Preise, in Deutschland gemessen am Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts; das Ziel der EZB liegt bei 2 % im Jahr. Für Anleger zählt die Realrendite: nominale Rendite minus Inflation, genau gerechnet (1 + nominal) ÷ (1 + Inflation) − 1.
Die Rechnung: 7 % nominal bei 2 % Inflation ergeben nicht 5,0 %, sondern 4,9 % real; bei 6 % Inflation wie 2022 blieben von 7 % nur 0,9 %. Tagesgeld mit 3 % bei 3 % Inflation hat eine Realrendite von null: Das Guthaben wächst, die Kaufkraft nicht.
Vermögen nominal und real: Die Bundesbank-Studie PHF zeigt, dass das mittlere Nettovermögen in Preisen von 2010 gerechnet deutlich weniger gewachsen ist, als die nominalen Zahlen nahelegen; zwischen 2021 und 2023 ist der Median sogar nominal leicht gefallen, während die Preise um über 12 % stiegen. Wer sein Vermögen über Jahre vergleicht, muss deflationieren.
In der Entnahmephase: Die Entnahmerate wird im ersten Jahr festgelegt und danach jedes Jahr um die Inflation erhöht, damit die Kaufkraft gleich bleibt. Über 40 Jahre verdoppelt sich die nominale Entnahme bei 2 % Inflation mehr als einmal. Deshalb rechnen die FIRE-Rechner mit realer Rendite und heutigen Ausgaben, statt nominale Renditen mit heutigen Ausgaben zu mischen.
Schutz: Aktien und Immobilien gleichen Inflation langfristig aus, Anleihen und Tagesgeld nur, wenn die Zinsen über der Inflation liegen; die gesetzliche Rente wird jährlich an die Lohnentwicklung angepasst, was sie langfristig ebenfalls schützt. Der Sparer-Pauschbetrag und die Steuerfreibeträge sind dagegen nominal fixiert und verlieren jedes Jahr real an Wert.
Führe für Renditen, Entnahmen und Ziele eine Inflationsannahme (2 % ist der EZB-Anker) und halte sie in allen Rechnungen gleich. Richify zeigt Depot und Nettovermögen wahlweise nominal oder in heutiger Kaufkraft.

